Pflegekonzept

Handlungskonzepte sind der Pflegeprozess und die Arbeit nach den Pflegemodellen Orem und Roper. Die Grundhaltung der Ganzheitlichkeit und des Individualismus begründet sich am Ansatz von Orem.
Die pflegetherapeutischen Interventionen werden im Rahmen der Nanda Diagnostik auf der Grundlage des Gesundheits- und krankenpflegegesetzes im Sinne einer individuellen, bedürfnisorientierten Betreuung durchgeführt.

Das Pflegemodell von Dorothea Orem

Orem gründet ihr Modell auf der Annahme, dass jeder Mensch sich selbst pflegen kann und will. Sie geht von einer ganzheitlichen Vorstellung des Menschen aus. Diese umfasst physische, psychische, soziale und spirituelle Aspekte.

Definition von Gesundheit: Selbstpflegebedarf und Selbstpflegefähigkeiten befinden sich im Gleichgewicht.

Selbstpflege: Die Fähigkeit eines Individuums, alle zum (Über)Leben benötigten Aktivitäten selbst zu bewältigen. Dieses Verhalten ist gesellschaftlich und kulturell geprägt.


Selbstpflegeerfordernisse

Nach Orem bilden 8 Aktivitäten die Grundlage der universellen Selbstpflege:

  1. eine ausreichende Zufuhr von Luft
  2. eine ausreichende Zufuhr von Wasser
  3. eine ausreichende Zufuhr von Nahrung
  4. Vorkehrungen im Zusammenhang mit Ausscheidungsprozessen und Ausscheidungen
  5. der Erhalt eines Gleichgewichts zwischen Aktivität und Ruhe
  6. der Erhalt eines Gleichgewichts zwischen Alleinsein und sozialer Interaktion
  7. die Abwendung von Gefahren fürs Leben, menschliche Funktionsfähigkeit und menschliches Wohlbefinden
  8. die Förderung der menschlichen Funktionsfähigkeit und Entwicklung innerhalb sozialer Gruppen in Einklang mit den menschlichen Fähigkeiten, Grenzen und dem Wunsch nach Normalität

Dies sind grundlegende Aufgaben, die jede Person selbst bewältigen können muss, um zur Selbstpflege in der Lage zu sein. Darüber hinaus klassifiziert sie entwicklungsbedingte Selbstpflegeerfordernisse, die durch das jeweilige Entwicklungsstadium eines Menschen bestimmt werden.

Orem führt genau auf, welche zusätzlichen Anforderungen an einen Menschen gestellt werden der krank, verletzt oder behindert ist, oder sich in medizinischer Behandlung befindet. Erst wenn auch nach Mobilisierung der eigenen Ressourcen die Fähigkeit zur Selbstpflege nicht ausreicht, wird Hilfe von außen nötig. Orem weist darauf hin, dass es Situationen gibt, in denen Menschen einander pflegen, ohne dass daran professionelle Pflege beteiligt ist, z. B. Eltern/Angehörige bei Kindern/älteren Menschen. Für die Pflegeperson ergibt sich daraus besonders bei der Pflege von Kindern ein bewusstes Miteinplanen der Pflegefähigkeit der Bezugsperson. Erst wenn die Unterstützung durch Eltern, Verwandte usw. nicht ausreicht, ist professionelle pflegerische Betreuung durch eine Pflegeperson nötig.

Systeme der Krankenpflege

Das vollständig kompensatorische System

Die Pflegeperson

Das teilweise kompensatorische System

Die Pflegeperson

Das unterstützend-erziehende System

die PatientIn und die Pflegeperson regulieren die Ausübung und Entwicklung der Selbstpflegefähigkeit